Abstrakte Zahlen – und ihr Unterhaltungswert

Intomedia Magazin · 19.8.2021

Im Laufe der Olympia-Berichterstattung hat die Sportredaktion des STANDARD offenbar einen neuen Sport kreiert: Wer findet die kuriosesten, aber gleichzeitig anschaulichsten Vergleiche für die Leistungen, die bei „Tokio 2020“ vollbracht wurden?

Noch ein paar Beispiele?

Die Langstreckenläuferin Sifan Hassan bewältigte die 5000m in 14 Minuten 36 Sekunden 79 Zehntel. Das ist etwas kürzer, als unsereins auf die Auswertung eines Corona-Tests wartet. Mit unseren 4 km/h zu Fuß brauchen wir für diese Distanz mehr als 1 Stunde.

Die Olympiasiegerin im Gewichtheben, Hidilyn Diaz, hob im Stoßen 127 Kilo. Dieses Gewicht wog Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten als Bodybuilder – wenn er auf dem Rücken noch einen 15-Kilo-Rucksack trug.

Der Olympiasieger im Dreisprung, Yulimar Rojas, segelte 15,67 Meter. Das übertrifft die Länge eines Wiener Stadtbuses der Marke EvoBus – eines Gelenkbuses! – um satte 3 Meter. Für diese Länge benötigt Herr Rojas zwei Bodenkontakte.

Der Ernst, der hinter diesem Spiel steckt, liegt auf der Hand: Nackte Zahlen sind abstrakt und für das Publikum kaum verständlich – das gilt nicht nur für Olympiasiege, sondern für alle Zahlen, die für Ihr Unternehmen bzw. Ihre Kommunikationsziele relevant sind.

Hier haben wir also ein schönes Beispiel dafür, wie man dieses Problem lösen kann: Suchen Sie Vergleiche zu Größen, die Ihrer Zielgruppe geläufig sind. Aber bleiben Sie dabei bitte nicht nur bei der berühmten Anzahl der Fußballfelder (Im Jahr 2016 betrug die Bodenversiegelung in Österreich etwa 20 Fußballfelder, etc.) – dieser Vergleich mag vielleicht korrekt sein, aber er ist oft gebraucht, und deshalb abgedroschen.

Machen Sie wie die STANDARD-Redaktion einen Sport aus der Suche nach Vergleichen – dann werden Ihre Zahlen für das Publikum nicht nur verständlich, sie werden vor allem auch unterhaltsam.

Autor:

Stefan Schimmel

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