Nach dem Sport – am besten duschen

Intomedia Magazin · 16.9.2019

Jimmy Hoffer ist ein verdammt guter Kicker. Er spielte ab der U17 in allen Nationalmannschaften. Er begann bei Admira Wacker, spielte bei Rapid, dann lange im Ausland. Mal lief es besser, mal schlechter. Im Augenblick läuft es weniger gut – Hoffer ist zur Admira zurückgekehrt, die gerade so gar nicht gewinnen kann. Und den Trainer gewechselt hat. Am Samstag ging ein Spiel gegen Rapid gar mit 0:5 verloren.

Verständlich, dass man dann grantig ist. Und noch viel grantiger, wenn der ORF-Moderator Adi Niederkorn nach dem Spiel fragt, was denn der neue Trainer nun anders mache als der bisherige . Antwort: siehe oben. Die Kamera verfolgte den Erzürnten übrigens noch bis zur Kabinentür.

Ich finde solche Interviews wunderbar, weil sich dabei Emotionen offenbaren, die sonst durch die Etikette verheimlicht werden. Die aber nichts desto trotz in vielen interviewten Personen ihr Unwesen treiben: der Zorn nämlich und der Unmut über eine als unpassend empfundene Frage.

Fußballer dürfen diesem Unmut in Interviews freien Lauf lassen. Sie dürfen das nicht. Was also mit dieser Energie anstellen, wenn Sie dem Moderator nicht ankündigen dürfen, dass Sie jetzt duschen gehen?

Ob Sie es glauben oder nicht: Aber Sie können sehr wohl bei Jimmy Hoffer Anleihe nehmen. Genau betrachtet hat er nämlich etwas gemacht, das allen interviewten Personen zukommt: Er hat die Frage des Moderators bewertet. Nicht höflich, aber er hat sie bewertet.

Die Frage eines Journalisten oder einer Moderatorin ist unfair? Dann sprechen Sie das an und begründen Sie Ihre Meinung: „Diese Frage ist unpassend, weil …“ Dann setzen Sie eine Antwort dazu, die Ihrem eigenen Aussagewunsch entspricht. Damit ist Ihr Zorn über eine „blöde Frage“ in produktive Bahnen geleitet. Und Sie sind dabei nicht einmal unhöflich.

Autor:

Stefan Schimmel

Passende Trainings

Diskussionstraining

In der Runde glänzen

Sie nehmen an einer Diskussion teil, moderieren oder übernehmen die Leitung? In unserem Diskussionstraining bereiten Sie sich optimal auf Ihre Rolle vor. Sie lernen, Ihren Standpunkt glaubwürdig zu vertreten, Eingangsstatements vorzubereiten und souverän die Kontrolle zu bewahren.

Image-Management

Wie Sie vor Ihrem Publikum wirken, ist kein Zufall. Es unterliegt Ihrer Kontrolle.

Ihr Image in der Öffentlichkeit sollte kein Zufall sein. In diesem Workshop lernen Sie, Echtheit und Authentizität selbst in schwierigen Auftritts-Situationen abzurufen. Dabei soll aber keine Kunstfigur entstehen. Es werden nur Merkmale und Anlagen betont, die aus Ihrer Persönlichkeit kommen und ihr entsprechen.

Medientraining Professional

100% Sicherheit im Interview

Nach diesem Training werden Sie selbst komplexe Inhalte in 20 Sekunden auf den Punkt bringen und niemals Ihren roten Faden verlieren. Und in der Spur bleiben, auch wenn es mal schwierig wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Medientraining

Große Gefühle

Was die Sportart betrifft, ist der Dart-Profi Mensur Suljovic ein Exote unter Österreichs Sportlern. Wenn es aber im Interview um die emotionale Nähe zum Publikum geht, wenn es darum geht zu sagen: „Ich bin einer von euch!“, dann könnte niemand besser ins Schwarze treffen als Mensur Suljovic. Den sie deshalb übrigens „The Gentle“ nennen. Große Gefühle im Medium: was sie können, wozu sie da sind.

Medientraining

Die Antwort des fetten Katers

Eine kontroversielle Frage ist ein emotionalisierender Moment in jedem Interview, und das in zweierlei Hinsicht: Das Publikum ist gespannt auf die Antwort, und die Gefahr des Gesichtsverlustes bedroht das Gefühlskorsett der antwortenden Person. Für Letztere gilt: Beide Klippen sind zu meistern.

Medientraining

Neue Medien

„Just setting up my twttr“ – erinnern Sie sich? Mit diesen Worten setzte der Software-Entwickler Jack Dorsey am 21. März 2006 den ersten Tweet der Welt ab. Am Sonntag feierte Twitter sein 15jähriges Jubiläum. Ein Netzwerk, das vor allem in der Medienbranche sehr beliebt ist – und deshalb hier einen besonderen Blick verdient.

Zurück zum Magazin